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RODENSTOCK - Deutschland

Die Geschichte der Firma Rodenstock.

Gründung

1877-1914

Gründung

Die Geburtsstätte der Firma Rodenstock befand sich in Würzburg. Bisher als Reisender tätig, ließ sich Josef Rodenstock 1877 in Würzburg nieder und baute und verkaufte ab 1878 neben Brillengläsern und -fassungen auch Barometer, Präzisionswaagen und Messinstrumente.

Josef Rodenstocks These war, dass Sehfehler keine Krankheit darstellen, sondern mit der richtigen Brille korrigierbar und somit zu verhindern sind. 1880 entwickelte er seine ersten Brillengläser, die so genannten “Diaphragma-Brillengläser", die zum Verkaufsschlager wurden.

Zahlreiche weitere Patente folgten, u. a. ein Brillen-Anmessapparat. Rodenstock Brillen waren nicht billig, wurden aber anders als die damals üblichen Fertigbrillen dem Brillenträger persönlich angepasst.

Bereits 1882 exportierte Rodenstock nach Österreich, in die Schweiz, die Niederlande, nach Dänemark, Italien und Russland. 1883 siedelte die Firma nach München um. Anfang 1886 kaufte Josef Rodenstock das heutige Firmengrundstück in München an einem Seitenarm der Isar, damals noch außerhalb der Stadt gelegen. Das bestehende Wohngebäude wurde zum Handwerksbetrieb umgebaut, um Brillengläser, Fernrohre, Objektive und Geräte für Augenoptiker herzustellen.

Fotoobjektive und -linsen bildeten ein wichtiges Standbein des Unternehmens. Mit dem Gewinn aus diesem Bereich finanzierte Rodenstock die Expansion des Unternehmens.

Am Ortsrand von Regen im Bayerischen Wald wurde 1898 ein ehemaliger Gutshof zur Herstellung von Brillengläsern und optischen Linsen aus- und umgebaut. Bald folgten zusätzliche Werke in der näheren Umgebung von Regen, die allerdings spätestens in der Weltwirtschaftskrise wieder geschlossen wurden. Das Werk Regen behielt seine führende Rolle in der Fertigung und Entwicklung von Brillengläsern bei und fungiert heute als Engineering-Zentrum für Brillengläser.

Kriegszeiten

1915-1945

Kriegszeiten

Das Familienunternehmen Rodenstock veränderte sich von einem noch eher handwerklich arbeitenden Fabrikbetrieb zu einem modernen Industrieunternehmen. Die Produktpalette von Rodenstock umfasste damals Brillengläser und randlose Brillen, Klemmer, Monokel sowie Brillenfassungen aus Stahl Nickel, Doublé, Horn, Hartgummi, Galalith und Schildplatt.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurden Zweistärkengläser mit eingeschmolzenem Nahteil und die ersten UV-absorbierenden Brillengläser hergestellt. Bei Kriegsausbruch 1914 brach der mühsam aufgebaute Export zusammen. Die Abteilung “Tele” erlebte allerdings mit Feldstechern für das Heer einen Wachstumsschub.

Bei Kriegsende im November 1918 sah es zunächst düster aus, denn die Staatsaufträge waren entfallen. Rodenstock gelang es dennoch, an die Geschäftsverbindungen im Ausland anzuknüpfen.

In den 20er und 30er Jahren baute Rodenstock u. a. erfolgreiche Großserien von Objektiven für die Kameraindustrie, die eigene Fertigung von kompletten Kameras wurde auf Druck der Abnehmer im Objektivgeschäft wieder eingestellt.

Durch die Weltwirtschaftskrise sank der Umsatz von 1930 bis 1933 um mehr als die Hälfte. Der Druck der Banken wuchs - eine Übernahme durch einen Wettbewerber bzw. durch die NS-Rüstungsindustrie konnte gerade noch abgewendet werden.

Von 1942 bis Kriegsende wurde das gesamte Fertigungsprogramm weitgehend vom Rüstungsministerium festgelegt. Rodenstock baute u. a. Panzerfernrohre und Ausblicksprismen für Panzer. Die Produktion von Brillengläsern jeder Art wurde jedoch als “kriegswichtig” eingestuft und über die gesamte Kriegszeit aufrechterhalten. Durch Kriegseinwirkungen wurden 40 % der Münchner Gebäude zerstört.

Neubeginn

1946-1973

Wachstum und Internationalisierung

Mit Unterstützung der Mitarbeiter nahm Rodenstock bereits vier Wochen nach Kriegsende als einziges großes Werk in der amerikanischen Zone die Brillenproduktion auf. Richtig bergauf ging es aber erst nach der Währungsreform im Juni 1948. Rodenstock forcierte insbesondere die Produktion von Brillenfassungen und startete in den 50er Jahren eine der weltweit ersten Persönlichkeits-Werbekampagnen mit prominenten Sympathieträgern.

Rodenstock erlebte sein “Wirtschaftswunder”. Die Wachstumsraten in den Jahren 1947 bis 1953 lagen jeweils zwischen 10 und 50 Prozent. Auch der Export legte zu. Zwischen 1948 und 1960 investierte Rodenstock mehr als 20 Millionen Mark in den Ausbau der Werke in München und Regen. Weitere Standorte in Deutschland wurden aufgebaut.

Im Brillengläserbereich dominierten Bifokal-Gläser. 1960/61 wurden Brillengläser aus Mineralglas erstmals mit Magnesiumfluorid bedampft, um die störenden Reflexe und Spiegelungen der Brillengläser zu verhindern. 1968 kam Rodenstock als erster europäischer Hersteller mit selbsttönenden (phototropen) Brillengläsern auf den Markt.

Zehn Jahre später folgten die ersten Brillengläser aus Kunststoff - leichter und dünner als ihre mineralischen “Brüder”. In den 70er Jahren entwickelte sich Rodenstock in fast allen Bereichen besser als die Branche. Besonders rasant steigerte sich der Absatz von Brillengläsern.

Innovationen

1974-1989

Innovation und neue Strukturen

In den 70er Jahren wandelte sich Rodenstock vom brillenfassungs- zum brillengläserdominierten Unternehmen. 1981 kamen die ersten selbst entwickelten Gleitsichtgläser Progressiv R auf den Markt und wurden sofort zum Erfolg, da sie als unübertroffene Innovation anerkannt wurden.



In den 80er Jahren veränderte sich der Brillenfassungsmarkt drastisch. Designermarken schossen wie Pilze aus dem Boden, preiswerte Fassungen aus Asien überschwemmten den Markt. Die Gesundheitsreform des damaligen Gesundheitsministers Norbert Blüm (CDU) hatte 1989 verheerende Folgen: Der Umsatz in der Augenoptik brach in der ersten Jahreshälfte um mehr als 20 Prozent ein.

Marktführer

1990-2010

Individualisierung der Produkte

Durch eine Reihe innovativer Produkte (Gleitsichtgläser, Kunststoffgläser, Veredelungen, Phototropie) wuchs Rodenstocks Marktanteil seit Mitte der 90er Jahre wieder stetig. Unter dem anhaltenden Kostendruck wurde die Fertigung zunehmend in kostengünstigere Länder wie Thailand und Tschechien verlagert.

In Deutschland konzentrierte sich die Fertigung auf die Standorte Regen und Frankfurt/Main. Im Zuge der Revitalisierung der Marke wurden auch die Brillenkollektionen komplett überarbeitet und nach Designkritierien neu positioniert. Brillenfassungen und Sonnenbrillen von Rodenstock sind heute Marktführer in Deutschland und gelten als innovativ, leicht und funktionell.

Ende der 90er Jahre trennte sich Rodenstock von den Geschäftsfeldern optische Instrumente, Maschinen sowie Präzisionsoptik und konzentrierte sich ausschließlich auf das Kerngeschäft Brille.

Die im Jahr 2000 eingeführte neue Generation von Gleitsichtbrillengläsern, ImpressionILT, ermöglichte - dank der Berücksichtigung von Gesichtsform und der gewählten Brillenfassung - bei der Berechnung der Brillengläser erstmals eine individuelle Anpassung und damit eine deutliche Verbesserung der Sehqualität und des Sehkomforts.

Auf der opti'10 feiern wir bei Rodenstock ein ganz besonderes Ereignis: 10 Jahre Impression®. Eine weitere Innovation im Glasbereich bieten wir mit der Rodenstock-Manufaktur, einem hochtechnisierten, individuellen Service im Spezialgläserbereich. Auch bei den Brillenfassungen sind zahlreiche Neuheiten zu sehen: So werden mit der Originals-Kollektion ganz besondere Sonnenbrillen im angesagten Retro-Look wieder aufgelegt und Porsche Design bringt eine eigene Kollektion für Frauen auf den Markt. Außerdem setzen wir mit dem neuen Partnerprogramm Platinum World durch eine individuelle Rundum-Betreuung neue Maßstäbe im Kundenservice.

Bild- und Videomaterial bereit gestellt von Rodenstock.